Ein Klient hatte kürzlich als Hausaufgabe bekommen, sich selbst Liebe zu schenken.
Bei der Übung sollte eine Hand auf dem Brustkorb, im Herzbereich, ruhen, während er laut und hörbar zu sich sagte:
„Ich liebe mich.“
Hin und wieder wurde die Übung ausprobiert, doch sie wurde als schwierig empfunden.
Ein glaubwürdiger Ton in der Stimme fehlte.
Diese Beobachtung habe ich bereits häufig gemacht.
Viele Menschen empfinden es als ungewohnt oder sogar unangenehm, sich selbst liebevoll zuzuwenden.
Wiederholung – die Sprache des Gehirns
Ich erkläre in solchen Momenten gerne, dass es für uns Menschen notwendig ist, die Dinge, die wir gut machen möchten, regelmäßig zu wiederholen.
Unser Gehirn lernt durch Wiederholung.
Ich frage dann oft: „Welche Dinge haben Sie im Leben durch Übung gelernt?“
Die Antworten sind meist ähnlich: Sprache, Bewegung, Kochen, Sport, Musikinstrumente – all das wird durch Wiederholung verinnerlicht.
Selbstliebe bildet da keine Ausnahme.
Das Gehirn und seine Neigung zum Negativen
Studien zeigen, dass Menschen etwa 60–70 % des Tages mit negativen Gedanken über sich selbst beschäftigt sind.
Dadurch entstehen im Gehirn neuronale Netzwerke, die besonders schnell auf Negatives reagieren.
Diese Netzwerke wachsen mit der Zeit zu großen, stark verknüpften Clustern, die negative Selbstbilder stabilisieren.
So begegnet sich der Mensch oft selbst mit Herabsetzung oder gar Selbstbeleidigung.
Gedanken wie:
„Du bist ein Versager.“
„Das kann doch nicht klappen.“
„Du bist einfach nicht gut genug.“
Diese inneren Stimmen prägen unser Selbstbild – und damit auch unser Erleben.
Wie Selbstliebe neue neuronale Wege schafft
Demgegenüber steht die Selbstliebe – ein kleines, oft wenig genutztes neuronales Netzwerk.
Wenn wir liebevolle Gedanken und Handlungen regelmäßig wiederholen, beginnen diese Synapsen, sich zu verstärken.
Aus einem kleinen Cluster entsteht allmählich ein größeres, stabileres Netzwerk, das positiv auf wertschätzende, liebevolle und dankbare Erfahrungen reagiert.
Das bedeutet:
Je häufiger du dich in Selbstliebe übst, desto selbstverständlicher und natürlicher wird sie.
Auch in Beziehungen wirkt sich das aus:
Ein Mensch, der sich selbst mit Respekt und Mitgefühl begegnet, kann auch anderen mit mehr Verständnis und Wärme begegnen.
Beziehungsdifferenzen entstehen oft aus unterschiedlichen Wertigkeits- und Selbstwertempfindungen.
Wenn das Herz sich öffnet – und das Einhorn fliegt
Mit jedem liebevollen Gedanken, jeder dankbaren Handlung wächst in uns ein Stück Sonne.
Und vielleicht – sinnbildlich gesprochen – geht irgendwann die Sonne auf,
aus der ein Regenbogen hervortreten kann,
über den, ganz leicht, ein Einhorn fliegt.
Bestärkende Handlungen für mehr Selbstliebe
Hier einige Wege, wie du täglich deine Selbstliebe stärken kannst:
- 🎁 Dir selbst Geschenke machen – auch kleine Aufmerksamkeiten zählen.
- 🙏 Dankbarkeit ausdrücken – für das, was du bist und hast.
- 💪 Motivation pflegen – erkenne deine Fortschritte an.
- 🔍 Dich selbst besser kennenlernen – reflektiere deine Werte und Bedürfnisse.
- 🧘 Gutes für den Körper tun – Sport, Massage, Entspannung, gesunde Ernährung, Schlaf, Berührung, Sexualität.
- 🧩 Gehirnjogging & Lernen – Neues aktiv erkunden.
- 🧴 Körperhygiene pflegen – liebevoller Umgang mit dir selbst.
- 🏡 Raumhygiene – ordne deine Umgebung, um Klarheit im Inneren zu fördern.
- 🌍 Reisen – neue Perspektiven erleben.
- 🤝 Soziales Netzwerk stärken – Nähe und Verbundenheit nähren das Herz.
Fazit
Selbstliebe ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine Praxis.
Mit jedem kleinen Schritt, jedem Moment der Achtsamkeit, jedem liebevollen Gedanken trainierst du dein Gehirn, dich selbst anzunehmen.
So wächst mit der Zeit nicht nur dein Selbstwert, sondern auch deine Fähigkeit, das Leben mit offenem Herzen zu begegnen.
Hier gelangst Du zu einer Hypnose / Meditation zum Thema Selbstliebe.