Meditation zur Gedankenfreiheit: Abstand gewinnen

In dieser geführten Meditation üben wir, Abstand zu unseren Gedanken und Gefühlen zu finden – besonders dann, wenn sie eindringlich, unwillkürlich oder belastend erscheinen. Statt sie zu verdrängen oder zu verändern, lernen wir, sie mit einer neugierigen, kindlichen Offenheit zu beobachten. Jeder Gedanke, jedes Gefühl ist willkommen. Durch achtsames Wahrnehmen entsteht innere Weite, Gelassenheit und ein tieferes Verständnis für die Natur unseres Geistes.

Eine geführte Meditation, um die Fähigkeit zu erlangen Abstand von Gedanken und Gefühlen zu finden.

Vor allem wenn Gedanken und Gefühle als unwillkürlich und eindringend erfahren werden. Zyklisch auftauchende Gedanken und Gefühle können als belastend empfunden werden. Sie stellen Menschen mit einem ungeübten Geist immer wieder vor eine große Herausforderung.

Häufig verstärkt sich der Effekt dieser eindringenden Gedanken und Gefühle, weil das Individuum versucht diese zu unterdrücken. Es entsteht der umgekehrte Effekt.

Wichtig: Jeder Gedanken ist willkommen. Jedes Gefühl ist willkommen. Wir wollen nichts davon unterdrücken oder wegschieben. Auch nichts verändern. Wir nehmen eine beobachtende Haltung an. Sind neugierig und interessiert wie ein Kind.

Verbundenheit mit sich selbst

Verbinde Dich mit Dir selbst auf eine wertschätzende Weise. Eine Weise, die dir erlaubt deine menschliche Gestalt im gegenwärtigen Augenblick zu erleben, ihr dankbar und wohlwollend zu begegenen. Eine Weise, die deinen Geist und seine Möglichkeit der Weite, Freiheit und liebevollen Art für sich selbst mit einbezieht.

Verlust der Verbindung

Nur allzu schnell verlieren wir im Alltag den Bezug zu unserem Körper:

  • Wir wollen gefallen
  • müssen schnell und richtig viele Dinge erledigen
  • unterschätzen unsere Fähigkeiten
  • überschätzen unser Vermögen
  • finden uns in Situationen in denen uns andere Menschen geringschätzend begegenen
  • wir ernähren den Körper mit Stoffen, die ihm kurzfristig und langfristig schaden
  • lassen uns zu Eitelkeiten verführen
  • werden neidisch
  • reagieren gereizt
  • kümmern uns zu wenig um unseren Schlaf

Diese Auflistung kann viele weitere Punkte beinhalten. Wichtig dabei ist zu verstehen, dass wir immer mehr ein stückweit die Verbindung zu uns selbst aufgeben.

Festigkeit und Enge als Ausdruck der Unverbundenheit

Schnell entsteht der Eindruck von Starrheit, eine Art Festigkeit oder das Gefühl von Enge, das sich als Spannung im Körper ausdrückt. Sie kann überall wahrgenommen werden, wenn wir unserem Körper mit Gewahrsein begegnen. Da wir Menschen unterschiedlich sind, reagiert auch jeder Körper auf seine eigene Weise. So können die Spannungszentren in den Händen, Füßen, den Augen, der Kopfhaut, den Schultern, dem Nacken, der Brust oder viel tiefer liegend in den Organen aufzufinden sein. Der Atem kann ebenfalls davon betroffen sein.

Nutze die Übung der Verbundheit mit sich selbst, um die Verbindung zu Dir selbst wieder herzustellen, zu stärken und zu nähren.

Vielleicht kannst Du bereits nach der ersten Sitzung feststellen, dass sich ein Gefühl von Wohlbefinden einstellen kann. Vielleicht spürst Du, dass Du ruhiger bist, klarer atmest oder Dich ein wenig mehr „bei Dir“ fühlst. Es geht dabei nicht darum, sofort etwas zu leisten oder zu verbessern, sondern darum, Dich selbst wieder bewusst zu erfahren – mit allem, was gerade da ist.

Der Garten des eigenen Herzens – eine geführte Hypnose / Meditation

Und während du dich jetzt einen Moment lang einfach
bequem hinsetzt …
oder vielleicht ganz still stehst …
kannst du einmal bemerken,
wie der Atem ganz von selbst ein- und ausfließt …
so, wie er es immer tut …
ruhig … gleichmäßig … natürlich …

Und vielleicht magst du jetzt,
ganz sanft,
eine Hand auf dein Herz legen …
ohne etwas zu erwarten …
nur um zu spüren,
dass da etwas lebt …
etwas, das schon so lange für dich schlägt …

Und während du spürst,
wie deine Hand die Wärme deines Körpers aufnimmt,
kannst du dir vorstellen,
dass du in einem Garten stehst …
einem ganz besonderen Ort …
dem Garten deines eigenen Herzens.

Vielleicht war dieser Garten lange nicht besucht worden …
das Gras ist ein wenig hoch gewachsen …
die Wege kaum zu erkennen …
und irgendwo in der Ferne
riechst du den Duft von Erde,
von altem Holz,
von Leben, das darauf wartet,
wieder berührt zu werden.

Und während du dich dort umsiehst,
bemerkst du vielleicht,
dass du gar nicht alles auf einmal verändern musst …
dass es genügt,
einen kleinen Zweig zur Seite zu schieben …
oder einfach einen Atemzug zu tun,
der etwas Raum schafft in dir.

Und du weißt,
wie jeder kleine Schritt,
jede liebevolle Bewegung,
jede freundliche Geste dir selbst gegenüber …
etwas verändert.

Vielleicht ganz leise …
vielleicht kaum merklich …
aber spürbar.

Denn so, wie der Boden eines Gartens
durch Regen und Sonne,
Geduld und Zeit fruchtbar wird,
so wächst auch in dir
etwas Neues …
etwas Weiches,
etwas Warmes.

Und während du dir erlaubst,
wiederzukehren –
zu diesem Ort –
immer wieder,
vielleicht nur für einen kurzen Augenblick am Tag …
bemerkst du,
wie es leichter wird,
dich selbst zu mögen …
dir selbst freundlich zu begegnen …
und die Stimme,
die einst so streng war,
mit jedem Atemzug sanfter wird.

Und vielleicht,
an einem Tag,
den du gar nicht besonders erwartest,
gehst du in diesen Garten,
und siehst,
wie dort Licht fällt –
und wie eine Blume blüht,
die du längst vergessen hattest.

Und du weißt dann,
dieser Garten war nie verloren …
er hat nur auf dich gewartet.

Geführte Stehende Meditation – Achtsamkeit, Erdung & innere Balance (55 Minuten Praxis)

Diese 55-minütige geführte stehende Meditation lädt dich ein, die Verbindung zwischen Körper, Atem und Bewusstsein neu zu erleben.
Während du stehst, öffnet sich ein Raum für stille Präsenz – jenseits von Denken, Wollen und Müssen.

Du lernst, den Körper als Anker der Achtsamkeit zu erfahren:
Wie du Gewicht abgibst, Erdung findest und die feinen Bewegungen des Atems spürst.
Wie du Spannungen loslässt, während du gleichzeitig in Stabilität und Wachheit verweilst.

Die stehende Meditation ist eine zentrale Praxis in vielen Körper- und Bewusstseinsschulen – von Taijiquan und Qigong bis zur Achtsamkeits- und Psychotherapiearbeit. Sie schult Gleichgewicht, Konzentration und innere Ruhe, stärkt das Nervensystem und hilft, geistige Klarheit im Alltag zu bewahren.

Diese geführte Meditation eignet sich sowohl für Einsteiger:innen als auch für erfahrene Praktizierende, die ihre Wahrnehmung vertiefen und die Kraft des Stehens neu entdecken möchten.

Inhalt der Folge:
• Einführung in die stehende Meditation (Zhan Zhuang)
• Bewusste Atemführung & Körperwahrnehmung
• Schulung von Achtsamkeit im Stehen
• Entspannung & innere Ausrichtung
• Stille Integration & Nachspüren

Dauer: 55 Minuten
Empfohlen: bequeme Kleidung, ruhiger Ort, aufrechter Stand

Methodik des Meditierens

Wie jetzt – meditieren kann ich auch im Stehen?

„Stühle und Tische wären die größten Meditationsmeister, wenn meditieren still sitzen bedeutete.“

Mittlerweile hat sich die Übung – Meditation – weit verbreitet. Im weiteren Verlauf werde ich nur noch den Begriff Übung anstelle von Meditation verwenden, um deutlich zu machen, dass dieser Begriff genau das ausdrückt, worum es geht.

Jeder kennt jemanden, der sie praktiziert, sie schon einmal ausprobiert hat oder zumindest darüber nachgedacht hat. Es gibt Meister, Gurus, Autoritäten, Laien, Mönche, Hobbyisten, Therapeuten, Hippies, Linke und andere merkwürdige Menschen – vielleicht auch solche, die einen nur verschaukeln wollen.

Missverständnisse rund um die Übung

So weit dieses Feld auch ist, so viele Fehlinformationen, Irrglauben und Verwirrungen gibt es. Von utopisch über spirituell, religiös, esoterisch, materialistisch, klinisch oder therapeutisch bis hin zu sportlich motiviert – die Varianz ist groß, die Irritation ebenfalls.

Eine hartnäckig sich haltende und immer wieder reproduzierte Unwahrheit ist, dass die Übung nur im Sitzen richtig ausgeführt werden könne. Alles andere sei etwas anderes. Ist das so?

Die Wahrheit ist, dass unterschiedliche Schulen und Richtungen verschiedene Wege der Übung bevorzugen. Die jeweils geübte Methode hat sich im entsprechenden Kontext als richtig erwiesen.

Vom Kontext zur richtigen Haltung

Ein Zimmermann braucht ein gutes Gleichgewicht und Kraft, darf dabei aber selbst nicht zu viel Gewicht auf die Waage bringen und sollte angstfrei in der Höhe sein, richtig?
Würde es dem angehenden Handwerker nützen, immer nur auf festem Grund zu sitzen, täglich unzählige Mahlzeiten zu verschlingen, sich nicht zu bewegen und Angst vor der Höhe zu haben?

Du kennst kontextrelevantes Übungsverhalten aus deiner Kindheit, oder? Was war in deinem Elternhaus richtig und wichtig? Welche Einstellungen, Glaubenssätze und Weisen des Verhaltens, Denkens und Fühlens hast du „übernommen“? Was gab es donnerstags zu essen? Erlernt ist dabei der treffendere Ausdruck, da es sich um sozial erlernte Muster handelt. „Du wirst immer mehr wie dein Vater/deine Mutter!“ – kennst du so einen Satz? So einen Gedanken?

Kontextrelevanz und kulturelle Unterschiede

Der Kontext beinhaltet viele Parameter – alle Möglichkeiten im menschlichen Feld. Eine Kultur, in der das Sitzen auf dem Boden zum Alltag gehört, weil sie nomadisch geprägt ist und sich auf ein Minimum an materiellem Besitz beschränkt, verzichtet auf schwere Möbel, um beweglich zu bleiben. Dort wird geübt, auf einem Kissen oder gar ohne Kissen auf dem nackten Boden zu sitzen.

Ein nomadisches, also in Bewegung befindliches Leben, wird in Ruhephasen eine sitzende Position der stehenden vorziehen, um die Beine zu entlasten, Energie zu sparen und dennoch wach und klar für den sozialen Austausch zu bleiben. Gelegentlich ist es auch möglich, dass gesellschaftlicher Dialog im Liegen stattfindet – vielleicht dann, wenn der Geist hellwach, der Körper aber erschöpft ist.

Es gibt unzählige weitere Szenarien, die verdeutlichen, warum der Kontext entscheidend für die Methode der Übung ist.

Die äußere und die innere Form

An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich nur die äußere Form der Übung und nicht ihre inhaltliche Ebene beleuchte. Ein Diskurs über die unterschiedlichen Inhalte der Übung wäre für sich genommen eine unendlich wertvolle und weite Angelegenheit. Dennoch kann auch hier kurz gesagt werden, dass der Inhalt der Übung einem Kontext unterliegt – frei nach dem Motto von Master Lo Man Kam, übertragen durch Meister Andreas Zerndt: „Why train if no use?“ – Wieso übst du, wenn du es nicht brauchst?

So gesehen kann die Übung im Stehen, im Gehen oder auch im Liegen geschehen. Das Verweilen in einer oder mehreren Haltungen, das langsame, fließende Bewegen durch Haltungen in andere Positionen kann die äußere Form der Übung darstellen. Diese kann wiederum von der inneren Haltung und der körperlichen Struktur beeinflusst werden. Und der Einfluss der äußeren Struktur kann umgekehrt die innere Haltung beeinflussen – frei nach Frank Marquardt.

Wechselwirkungen von Körper und Geist

Sicherlich kann eine Übung darin bestehen, die gegenseitigen Einflüsse und Abhängigkeiten aufzulösen, sodass Äußeres und Inneres unabhängig voneinander geschehen können.

Ob dies eine fortgeschrittene Übung darstellt oder einfach nur eine Übung für sich, vermag ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Der eine sagt so, der andere anders. Der eine würde anführen, dass zunächst die Erfahrung des einen notwendig sei – ein Geschmack, um das andere zu verstehen. Der andere würde anmerken, dass es direkt geübt werden könne. Kontextrelevanz? Vielleicht!

Dogmatisches Denken als Hindernis

Dogmatisches Denken ist auf dem Weg der persönlichen Entwicklung ein Hindernis. Jedes Erleben und jede Erfahrung, die durch sogenannte unbegründbare, letztendliche und aus sich heraus legitimierende Wahrheiten eingeschränkt werden, können als Depression oder Regression verstanden werden.

Der Mensch als Einheit

Die Übung ist ein Mittel, eine Methode der Entwicklung des Menschen. Ich wähle den Begriff Mensch hier ausdrücklich, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht nur um die Entwicklung des Geistes handelt. Der Mensch ist Körper, Geist und Seele. Die Übung zielt darauf, die Gesamtheit der menschlichen Erfahrung zu verfeinern.

Die stehende Übung – Zhan Zhuang

Es gibt viele Gründe, die Übung im Stehen zu praktizieren. Der wichtigste ist – wie in der einschlägigen Literatur zum Zhan Zhuang, der Übung der stehenden Säule, beschrieben – die Steigerung, im Sinne der Kräftigung, der körperlichen Energie. Damit verbunden sind eine Verfeinerung der Körperwahrnehmung, die Korrektur der Körperstruktur, eine Stärkung der Beinausdauer und -kraft sowie, je nach Armposition, eine Kräftigung der Arme. Insgesamt wird die Blutzirkulation und damit die Versorgung der Kapillaren und Organe mit Sauerstoff verbessert.

Kaum wahrnehmbare Mikrobewegungen der Muskulatur bis hin zu sichtbarem Zittern sorgen für eine Erwärmung des Körpers. Der Übende kann – je nach Erfahrungsgrad – fünf Minuten bis hin zu mehreren Stunden in dieser Position verweilen. Hervorragend lässt sich dabei üben, herausfordernde Situationen mit einer bestimmten Geisteshaltung annehmbar, förderlich und mit einem Gefühl von Wohlbefinden zu erfahren.

Wahrnehmung von Zeit und Bewusstsein

Dabei kann sich das aus der Hypnose bekannte Phänomen der Zeitverzerrung deutlich zeigen. Kann der Übende eine annehmende innere Haltung einnehmen, kann die Zeit wie im Zeitraffer vergehen. Andererseits scheint sie kaum zu vergehen, wenn die Übung als Belastung erlebt wird.

Praktische Vorteile der stehenden Übung

Ein weiterer Vorteil der stehenden Übung ergibt sich schon aus der Position selbst: Sie kann überall dort stattfinden, wo der Übende nicht sitzen möchte oder kann. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Jeder möge seiner Fantasie Raum geben, Szenarien zu erschaffen, in denen räumliche Hindernisse eine sitzende Übung verhindern könnten.

Ein weiterer Grund kann sein, dass der Übende einen dumpfen, schläfrigen Geist erlebt, während der Körper voller Vitalität, wach und handlungsfähig ist. In solchen Momenten kann die sitzende Übung die Schläfrigkeit des Geistes auf den Körper übertragen und damit die Übung sabotieren.

Ruhe, Entspannung und Klarheit

Grundsätzlich sei darauf hingewiesen, dass die Übung zwar einen entspannenden Effekt auf Geist und Körper hat, dieser Zustand jedoch keineswegs mit der Dumpfheit zu verwechseln ist, die kurz vor dem Einschlafen erlebt wird. Ruhe und Entspannung sind weder Ziele der Übung noch als Stufen zu betrachten. Vielmehr sind sie als Fahrzeug zu verstehen – ein Mittel, dessen man sich bedient.

Das Ziel eines Handwerkers ist es nicht, den Hammer zu beherrschen, sondern die Beherrschung des Hammers zu nutzen, um seine Möglichkeiten einzusetzen.

Entspannung und Ruhe sind kein Selbstzweck. Ihre Qualität zeigt sich in Klarheit und Einsicht – einer Wachheit des Geistes, die in allen Lebenslagen erhalten bleibt, sobald sie einmal erfahren wurde. Gleich dem Geschmack, der, einmal erlebt, immer wieder erlebbar ist.

Für wen die stehende Übung besonders geeignet ist

Für Menschen, die viel und lange in sitzender Position arbeiten, kann das Üben im Stehen eine willkommene Abwechslung darstellen. Das Becken und die Wirbelsäule, die in sitzender Position häufig durch Fehlhaltungen ungünstig belastet werden, können so entlastet und im besten Fall in der Übung korrigiert werden.

Fazit

Die Liste der Vorteile der Übung im Stehen ließe sich sicherlich – abhängig vom Kontext – noch lange fortführen. Ich möchte meine Ausführungen an dieser Stelle jedoch begrenzen, da ich mit dem Gesagten wohl einige Punkte nennen konnte, die meine Position verständlich machen.

Hier klicken um eine geleitete Übung von 55 Minuten Länge zu praktizieren. Sie ist sowohl für Anfänger wie auch für fortgeschrittene Übende geeignet.

Selbstliebe lernen – Warum dein Gehirn Übung braucht, um dich wirklich zu lieben

Ein Klient hatte kürzlich als Hausaufgabe bekommen, sich selbst Liebe zu schenken.
Bei der Übung sollte eine Hand auf dem Brustkorb, im Herzbereich, ruhen, während er laut und hörbar zu sich sagte:
„Ich liebe mich.“

Hin und wieder wurde die Übung ausprobiert, doch sie wurde als schwierig empfunden.
Ein glaubwürdiger Ton in der Stimme fehlte.

Diese Beobachtung habe ich bereits häufig gemacht.
Viele Menschen empfinden es als ungewohnt oder sogar unangenehm, sich selbst liebevoll zuzuwenden.


Wiederholung – die Sprache des Gehirns

Ich erkläre in solchen Momenten gerne, dass es für uns Menschen notwendig ist, die Dinge, die wir gut machen möchten, regelmäßig zu wiederholen.
Unser Gehirn lernt durch Wiederholung.

Ich frage dann oft: „Welche Dinge haben Sie im Leben durch Übung gelernt?“
Die Antworten sind meist ähnlich: Sprache, Bewegung, Kochen, Sport, Musikinstrumente – all das wird durch Wiederholung verinnerlicht.

Selbstliebe bildet da keine Ausnahme.


Das Gehirn und seine Neigung zum Negativen

Studien zeigen, dass Menschen etwa 60–70 % des Tages mit negativen Gedanken über sich selbst beschäftigt sind.
Dadurch entstehen im Gehirn neuronale Netzwerke, die besonders schnell auf Negatives reagieren.
Diese Netzwerke wachsen mit der Zeit zu großen, stark verknüpften Clustern, die negative Selbstbilder stabilisieren.

So begegnet sich der Mensch oft selbst mit Herabsetzung oder gar Selbstbeleidigung.
Gedanken wie:

„Du bist ein Versager.“
„Das kann doch nicht klappen.“
„Du bist einfach nicht gut genug.“

Diese inneren Stimmen prägen unser Selbstbild – und damit auch unser Erleben.


Wie Selbstliebe neue neuronale Wege schafft

Demgegenüber steht die Selbstliebe – ein kleines, oft wenig genutztes neuronales Netzwerk.
Wenn wir liebevolle Gedanken und Handlungen regelmäßig wiederholen, beginnen diese Synapsen, sich zu verstärken.
Aus einem kleinen Cluster entsteht allmählich ein größeres, stabileres Netzwerk, das positiv auf wertschätzende, liebevolle und dankbare Erfahrungen reagiert.

Das bedeutet:
Je häufiger du dich in Selbstliebe übst, desto selbstverständlicher und natürlicher wird sie.

Auch in Beziehungen wirkt sich das aus:
Ein Mensch, der sich selbst mit Respekt und Mitgefühl begegnet, kann auch anderen mit mehr Verständnis und Wärme begegnen.
Beziehungsdifferenzen entstehen oft aus unterschiedlichen Wertigkeits- und Selbstwertempfindungen.


Wenn das Herz sich öffnet – und das Einhorn fliegt

Mit jedem liebevollen Gedanken, jeder dankbaren Handlung wächst in uns ein Stück Sonne.
Und vielleicht – sinnbildlich gesprochen – geht irgendwann die Sonne auf,
aus der ein Regenbogen hervortreten kann,
über den, ganz leicht, ein Einhorn fliegt.


Bestärkende Handlungen für mehr Selbstliebe

Hier einige Wege, wie du täglich deine Selbstliebe stärken kannst:

  • 🎁 Dir selbst Geschenke machen – auch kleine Aufmerksamkeiten zählen.
  • 🙏 Dankbarkeit ausdrücken – für das, was du bist und hast.
  • 💪 Motivation pflegen – erkenne deine Fortschritte an.
  • 🔍 Dich selbst besser kennenlernen – reflektiere deine Werte und Bedürfnisse.
  • 🧘 Gutes für den Körper tun – Sport, Massage, Entspannung, gesunde Ernährung, Schlaf, Berührung, Sexualität.
  • 🧩 Gehirnjogging & Lernen – Neues aktiv erkunden.
  • 🧴 Körperhygiene pflegen – liebevoller Umgang mit dir selbst.
  • 🏡 Raumhygiene – ordne deine Umgebung, um Klarheit im Inneren zu fördern.
  • 🌍 Reisen – neue Perspektiven erleben.
  • 🤝 Soziales Netzwerk stärken – Nähe und Verbundenheit nähren das Herz.

Fazit

Selbstliebe ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine Praxis.
Mit jedem kleinen Schritt, jedem Moment der Achtsamkeit, jedem liebevollen Gedanken trainierst du dein Gehirn, dich selbst anzunehmen.
So wächst mit der Zeit nicht nur dein Selbstwert, sondern auch deine Fähigkeit, das Leben mit offenem Herzen zu begegnen.

Hier gelangst Du zu einer Hypnose / Meditation zum Thema Selbstliebe.